Der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg

Da das Helenenhaus und die Hospitalschule nur geringe Kriegsschäden aufwiesen, wurden etwa 100 alte Menschen, das Hauspersonal und die taubstummen Kinder im Helenenhaus untergebracht und die Waisenkinder in der alten Hospitalschule. Als Unterkunft für die Kranken diente eine Baracke, die auf dem Hof vor dem heutigen Verwaltungsgebäude aufgestellt wurde. Das alles war ein Provisorium, das selbstverständlich möglichst bald durch entsprechende Baumaßnahmen abgelöst werden musste. So gelang es unter größter Anstrengung bis Ende 1950 die Waisenhäuser für Jungen und Mädchen wieder herzustellen. In die dadurch frei gewordene Hospitalschule wurden die Kranken verlegt.
Ende 1960 konnte das mit 100 Betten ausgestattete neu erbaute Krankenhaus in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig erfolgte der Wiederaufbau der alten Abteigebäude, nachdem der Verwaltungsrat den Beschluss gefasst hatte, den barocken Bau an der Moselfront in der alten Form, die Zwischentrakte hingegen in moderner Form aufzubauen. Auch diese Wiederaufbaumaßnahme konnte bereits 1960 abgeschlossen werden. Damit wurden 280 Altenheimplätze geschaffen. Leider fiel die wertvolle neugotische Konventkirche nicht unter das Aufbauprojekt; sie wurde 1967 abgerissen.

Die von Jean Antoine 1768 bis 1771 im Stil des Rokoko erbaute Stiftskirche St. Irminen wurde im 2. Weltkrieg so stark zerstört, dass die Gewölbe einstürzten und nur die Umfassungsmauern stehen blieben. Es stellte sich die Frage: Abriss der Ruine und Aufbau einer neuen Kirche oder Wiederaufbau der alten, wertvollen Rokokokirche. Der Verwaltungsrat entschied mit großer Mehrheit für Letzteres. 1960 fand die Wiedereinweihung der Kirche statt. Der Kirchturm gehört zu der im 11. Jahrhundert erbauten romanischen Marienkirche, der Vorgängerin der heutigen Stiftskirche St. Irminen. Der durch Kriegseinwirkung fast gespaltene Kirchturm wurde bereits 1956 durch entsprechende Baumaßnahmen gerettet. 1961 wurde die Heizzentrale mit Stromversorgungsanlage fertiggestellt. Im gleichen Jahr wurde das Helenenhaus renoviert. 1962 wurde das Schwesternwohnheim mit 44 Betten errichtet (das heutige St. Willibrordstift). 1963 wurde das Gehörloseninternat umgebaut.

Insgesamt war der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit eine Bauleistung von nie dagewesenem Ausmaß, unter größten Schwierigkeiten und einem Gesamtaufwand von 7,25 Mio. Mark.