Nach dem 2. Weltkrieg

1922 erwarben die Vereinigten Hospitien das Helenenhaus, ein Gebäudekomplex, der auf Initiative des Bischof Michael Felix Korum vom Verein weiblicher Dienstboten errichtet und im Jahr 1891 eingeweiht wurde. Den Hospitien ging es dabei in erster Linie um die Arrondierung ihres Geländes. Neben den taubstummen Kindern nahm man ältere Frauen, meist pensionierte Lehrerinnen und Fachhaushälterinnen auf. So wurde das Helenenhaus das erste Altenheim in Trier. Heute ist das Helenenhaus mit seinen 108 Betten Altenwohn- und Pflegeheim wie das Stift St. Irminen.

1927 hatte die Stadt auf einem im Bering von St. Irminen liegenden Gelände ein Geschlechtskrankenhaus für Frauen gebaut. Aus diesem Haus entwickelte sich später ein Wöchnerinnenheim und eine Hebammenschule. Das Wöchnerinnenheim wurde im 2. Weltkrieg völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Die Jahre 1933 bis 1945, die Zeit des Dritten Reiches, die man als eine Zeit der völligen Entrechtung der Stiftung Vereinigte Hospitien bezeichnen kann, war kontraproduktiv für Fortschritt und Entwicklung der Stiftung. So gibt es in dieser Zeit keine nennenswerten Baumaßnahmen in den Vereinigten Hospitien. Diese Epoche endete mit der völligen Zerstörung. Die Bombenangriffe auf Trier am 19. und 21. Dezember 1944 zerstörten nicht nur die Kirche und fast alle Gebäude, sie forderten auch zahlreiche Menschenleben. Insgesamt fielen den Bombenangriffen 71 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vereinigten Hospitien zum Opfer, davon 19 Ordensschwestern vom hl. Karl Borromäus. Der Gesamtschaden, den die Vereinigten Hospitien durch den Krieg erlitten haben, belief sich auf 10,7 Mio. Mark (nach dem Stand von 1945).