Rokokokirche St. Irminen

Die östliche Begrenzung des Innenhofs der ehemaligen Klosteranlage von St. Irminen bildet seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die unter der Äbtissin Amalia von Meierhofen begonnene und durch den französischen Baumeister Jean Antoine von 1768 bis 1771 erbaute Rokokokirche St. Irminen. Es handelt sich dabei um einen hohen, am Vorbild der Kirche von St. Paulin orientierten, nord-südlich gerichteten einschiffigen Saalbau mit vierjochigem Langhaus und einem nur wenig eingezogenen rundgeschlossenen Chor. Am Außenbau sind die dekorativen Architekturelemente wie Gesimse, Fensterumrahmungen, Pilaster und Lisenen aus rotem Sandstein, während die Flächen verputzt sind. Das repräsentative Hauptportal wird geziert von zwei Löwen, die das Wappen der Äbtissin Anna Maria von der Beeck tragen.

Das Innere der Kirche ist von Pilastern gegliedert und reich mit zart und zurückhaltend wirkenden Rocaillestuck verziert. Die weit ausladenden Kapitelle der Pilaster tragen die Gewölbe, die profilierten Kanten der Stichkappen und die Tonne. Im Triumphbogen befindet sich das Wappen der Äbtissin Maria Henrica von Löwenhaupt, unter deren Herrschaft das Gotteshaus fertig gestellt wurde. In der Mitte der Gewölbejoche sind in einer Wolkenmandorla mit Engelsköpfen die Heiligen Johannes der Täufer, Josef, Scholastika, Benediktus und Irmina dargestellt. Die Kirche wurde im zweiten Weltkrieg so stark zerstört, dass die Gewölbe einstürzten und nur die Umfassungsmauern stehen blieben. Sie wurde jedoch in der alten Form wieder aufgebaut und 1979/1980 erneut restauriert.

Das Gemälde über dem heutigen Hauptaltar ist eine Darstellung der Himmelfahrt Mariens, eine Kopie des Originals von Guido Reni. Die Seitenaltäre stellen einerseits eine Kreuzigungsgruppe und andererseits eine Darstellung der heiligen Irmina, beide aus der Hand eines unbekannten Meisters um 1770, dar. Die schöne barocke Kanzel (um 1760) stammt aus der Abtei St. Matthias.

Der Kirchturm gehört zu der im 11. Jahrhundert erbauten romanischen Klosterkirche. Den vier romanischen Geschossen wurde 1615 von der Äbtissin Agnes Zand von Merl ein fünftes in gotisierenden Formen hinzugefügt. 1836 fiel die 1638 errichtete Turmhaube einem Blitzschlag zum Opfer. 1837 wurde die oberste Turmzone mit einem Zinnenkranz versehen und anstelle der alten Haube eine schlichte Pyramide als Kirchturmdach aufgesetzt, die dem letzten Krieg zum Opfer fiel. Ein besonders schönes quadratisches romanisches Treppentürmchen ist an der Westseite des Turmes erhalten.